Dienstag, 17. März 2015

Ciao Bamberg, Little Venice!

Thesis! Mehr Bachelor als RTL. Ciao Bamberg, Little Venice. Ich werde Dich vermissen. Deine fabelhaften Sommertage, deine grauenhafte Winterzeit. Dein Bier, das manchmal wie edle Eiscreme und manchmal wie schlechter Schinken schmeckt. Deine Rentner, die mich allmorgendlich mit einem sympathischen Hupen oder liebenswerten Affenlauten auf meinem Fahrrad begrüßt haben. Das WOBLA, Bambergs journalistisches Leuchtturmprojekt, das mir regelmäßig meine Freizeit versüßt hat. Den Disko-Tunnel an der ERBA, der auch dank meiner Studiengebühren im Dunkeln immer so schön bunt leuchtete. Und natürlich Euch alle. Freunde. Mitbewohner. Rudel. Zollner Bübla. Manfister United. Fusifüchse. Hans Bredow.


Manchmal ist es einfach Zeit zu gehen. Mit ein bisschen Wehmut und vielen schönen Erinnerungen. Berlin is calling. Davor geht es noch auf Wohnungssuche und große Reise. Indien und Nepal. Weit, weit weg von der kleinen Glücks- und Friedensoase in Franken. Auf Wiedersehen, Bamberg!


Sonntag, 15. März 2015

Journalismus: Tübinger Talentschmiede

Schönes Abschiedsgeschenk meiner Redaktion in Tübingen! In einer Glosse lässt sie meine Anfänge im Journalismus Revüe passieren. Vom ersten Schulpraktikum mit 15 Jahren bis zur Aufnahme an der Springer-Akademie in Berlin: "Bei seinen Talenten eine weitere Startrampe - fast mit Beschäftigungsgarantie." Danke für die Worte, das Vertrauen und die sensationellen sieben Jahre. So viel Förderung und journalistische Freiheit wie in Tübingen bekommt man als Nachwuchsjournalist wohl in kaum einer anderen Redaktion Deutschlands. Kein Wunder also, dass es nun in fünf Jahren fünf Tübinger Jungjournalisten auf namhafte Journalistenschulen und in renommierte Redaktionen (SPIEGEL, Süddeutsche, ZEIT u.a.) geschafft haben. Weiter so!

Donnerstag, 12. März 2015

Die Zukunftsmacher // Deutschland verliert den digitalen Anschluss


Die Additive Fertigung ("3D-Druck") wird die industrielle Produktion revolutionieren. Davon ist Visionär und Digital-Ingenieur Florian Wiest (34) aus Reutlingen überzeugt: "Die Technologie wird die Produkte und das Denken verändern. Und Länder wie England oder die USA, die früh den digitalen Weg eingeschlagen haben, werden den Rest der Welt abhängen.“ Und was ist mit der Industriemacht Deutschland? Wiest: „Wir, das Land der Dichter, Denker und Erfinder, haben den Maschinenbau kultiviert, verpassen nun aber den digitalen Anschluss, wenn wir nicht bundesweit entgegensteuern. Ich sehe das als große Herausforderung.“

Mein Beitrag über einen ziemlichen genialen Erfinder und seine Vision vom bundesweiten 3D-Unterricht an Schulen: http://www.wirtschaftimprofil.de/Home/artikel_artikel,-Die-Zukunftsmacher-_arid,293706.html


 Florian Wiest, Geschäftsführer von CREATE 3D:
http://create-3d.de/

Ein dicker Hintern macht stolz und bequem

Champions League // Achtelfinale (III): Mein ganz persönlicher Spieltagsrückblick

Aber bitte mit Sané! Königliches Königsblau. Schalke mit dem besten Spiel seit dem Ende der Ära Hans Sarpei. Die Festung Bernabeu ist umkämpfter als die Front in Tikrit. Winterschlussverkauf bei Real. Einmal hin, alles drin. Casillas hält die Tüte auf, Fuchs und Huntelaar werfen zwei Eier rein. Erbarmungsloser Anticristiano schlägt zurück und verteilt Schülerpraktikant Matip zwei Respektschellen wegen Sekundenschlaf. Benzema mit dem Knockout. Von wegen. Huntelaar wird zu Ancellotis Headhunter. Vier zu drei. Alles ist möglich. Schalke geht all in. Höwedes! Sané! Rien ne va plus. Verloren. Game over. Trotzdem Respekt, S04!

Wut auf Eichin. Bayern bricht den Waffenstillstand von Lwiw. Blitzkrieg. Feindlicher Verlust nach nur vier Minuten. Friedensgespräche bei Kaffee und Kucher. Doch General Sammer verordnet bajuwarischen Dauerbeschuss. Der Strafraum von Donetzk brennt lichterloh wie Dresden '45. Sieben auf einem Strich für Osteuropa. Wie so oft.

Aboubakar al Bagdadi terrorisiert die Schweiz. Basel ohne jede Gegenwehr wie Charlie. Ganz anders Paris. Was ein Wahnsinn an der Stamford Bridge. PSG zlataniert Mourinhos Mauermeister. Und das ohne Ibra. Tristesse nach dem 0:1. Chelsea zieht Blanc. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein David Luiz. Und Thiago führt das Silva-Goal wieder ein. Heul leise, José!

Weitere Rückblicke und Fußballsatire auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/fusifuechse

Montag, 9. März 2015

"Scheiß Leben, aber guter Bizeps"

Erstmals verzeichnen Fitnessstudios in Deutschland mehr Mitglieder als Fußballvereine. Grund dafür ist vor allem der rasante Aufstieg der Discounter, die mit einer aggressiven Preispolitik überwiegend junge Menschen anlocken. Setzen die großen Ketten durch fehlende Betreuung dabei die Gesundheit ihrer Kunden auf’s Spiel? Und: Wie können sich kleinere Studios überhaupt noch auf dem Markt behaupten?
 
Aktuelles Thema und eine intensive Recherche, die meine Sicht auf den Fitness-Boom verändert hat. Hier der Link zu meinem Beitrag für "Wirtschaft im Profil": http://www.wirtschaftimprofil.de/Home/artikel_artikel,-%E2%80%9EScheiss-Leben-aber-guter-Bizeps%E2%80%9C-_arid,294036.html


Mittwoch, 18. Februar 2015

Wenn Pech zur Gewohnheit wird, nennt man das Unvermögen

Champions League // Achtelfinale (I): Mein ganz persönlicher Spieltagsrückblick

Ein bisschen Frieden in Lwiw. Die Troika um Blatter, Putin und Sammer einigt sich auf einen Waffenstillstand über 90 Minuten. Separatisten-Führer Robbinski mit ein paar trotzigen Warnschüssen, doch die Festung Donezk steht wie der Deich in Hamburg. Tapfere Ukrainer nach unzähligen ‪#‎HW4‬-Abwehrtutorials mit taktischer Meisterleistung. Der genervte Alonso rast in seinem Ferrari frühzeitig vom Platz.

Ein bisschen Freude in Gelsenkirchen. Keine Vergewaltigung, sondern nur zwei sanfte Peitschenhiebe von der Domina aus Madrid. Dominique Strauss-Kahn gefällt das nicht. Königsblau muckt sogar kurz auf. Doch dann kommt er, der Moment, wenn Du das Pech im Namen trägst. Platte! Latte! Und dann die rosa Bisamratte. Ronaldo spielt Karussell mit dem kleinen Asiaten und dem dummen Deutschen. Alles andere ist brasilianische Liebe in Vollendung. 

Ein bisschen Zorn in Paris. Mourinho und die Berliner Mauer, Teil 97. PSG rennt wütend an, Ibrakadabra packt seinen Vorschlaghammer aus. Doch der Wahnsinn hat einen Namen: Courtois, Le Titan! Brillanz in Basel. Fabian Frei mit einem Andrea-Pirlo-Gedächtnispass. Speedy Gonzalez vollstreckt. Nur Walter und Samuel spielen lieber Volleyball. Danilo sagt Danke. Uno uno.


Dienstag, 27. Januar 2015

Million Dollar Baby

 Passend zum aktuellen Hype um Real-Teeniestar Martin Odegaard. Ein Artikel von mir aus dem Jahr 2013 über den tragischen Absturz des einstigen US-Supertalents Freddy Addu:

Fußball: US-Fußballer Freddy Adu: „Ich war ein Werbeartikel, kein Fußballer.“


Mit 14 Jahren stieg Freddy Adu (23) zum Millionär und Hoffnungsträger des US-Amerikanischen Fußballs auf. Doch den riesigen Erwartungen wurde der einstige Wunderknabe nie gerecht. In einem Radiointerview mit BBC hat sich Adu ausführlich zu seiner Vergangenheit geäußert - selbstkritisch und abrechnend zugleich. 
 
Von Ibrahim Naber



Die Verlockung des schnellen Geldes, der Neid seiner Mitspieler und die überhöhten Erwartungen einer ganzen Fußballnation: In einem äußerst bemerkenswerten Radiointerview mit der englischen BBC hat Freddy Adu tiefe Einblicke in die Anfänge seiner Karriere gegeben. Er blickt zurück auf seinen Millionen-Deal mit Nike und stemmt sich weiterhin verzweifelt gegen das Makel des ewigen Talents. Doch das Schicksal des einst als „Retter des Amerikanischen Fußballs“ gefeierten Wunderkindes wirft grundsätzlich die Frage auf, was man einem Kind in der Männerwelt Fußball zumuten kann und wer dafür die Verantwortung trägt.

Das Mysterium um das Wunderkind aus Ghana

USA, 2004. In einer Zeit, in der der gesamte amerikanische Fußball sich nach einem Aushängeschild sehnte, war in den Medien plötzlich von einem amerikanischen Wunderknaben die Rede, der angeblich unfassbare Dinge mit dem Ball anstellen konnte. Außergewöhnlich schnell und athletisch sei dieser Freddy Adu für sein Alter. Schnell kamen Zweifel an seinem wahren Alter auf. Forscher hielten in Adus Heimatland Ghana, das er zusammen mit seiner Mutter aufgrund einer im Lotto gewonnen Green Card im Alter von acht Jahren Richtung Amerika verlassen hatte, nach Indizien eines möglichen Fehlers im Geburtsdatum Ausschau. Doch sie fanden nichts. So unterschrieb Adu 2004, mit gerade einmal 14 Jahren, seinen ersten Profivertrag beim MLS-Team D.C. United.

„Wenn Nike Millionen bietet, kannst du nicht ‚Nein’ sagen“.

Kurz darauf schaltete sich Sportartikelhersteller Nike ein. Um jeden Preis wollte der US-Konzern den als „the next Pelé“ gepriesenen Knaben an sich binden. Mit Erfolg. Adu stieg mit einer Unterschrift zum Millionär auf. Er gibt rückblickend zu: „Wenn Nike auf dich zukommt und dir einen Million-Dollar-Vertrag anbietet, kannst du einfach nicht Nein sagen. Unmöglich.“ Die Existenzsorgen seiner Mutter, die Adu und dessen Bruder zuvor durch mehrere Jobs gerade so über Wasser gehalten hatte, waren mit einem Mal passé. Kann man der Frau wirklich ernsthaft verdenken, dass sie dem Kontrakt ihres Sohnes mit Nike zustimmte? „Ich war“, erinnert sich Adu mit Stolz in der Stimme, „plötzlich in der Lage für meine Familie zu sorgen und ich bin froh, dass ich es gemacht habe.“

Die Erwartungen stiegen daraufhin ins Unermessliche. Der Hype um Adu kannte keine Grenzen. Jede Bewegung von ihm auf und neben dem Platz wurde analysiert. Er gab hunderte Interviews, drehte zahlreiche Werbespots und sagte einfach „zu allem Ja, was von mir gefordert wurde.“ Und weiter: „Ich habe versucht, alle zufrieden zu stellen. Aber das geht nicht. Ich bin demütig geworden, was das angeht.“

Erfolglose Odyssee durch Europa

Adu ist sich heute sicher, dass ihm der Rummel viel vom eigentlichen Sport weggenommen habe. Er sagt zurückblickend: „ Ich war einfach sehr naiv damals. Für die Leute war ich mehr ein Werbeartikel, kein Fußballer. Und eigentlich wollte ich doch nur das sein…“

Der Rummel um seine Person hatte viele Schattenseiten. Einige Mitspieler hätten ihm die Aufmerksamkeit und das Geld damals missgönnt: „Ihr Gesichtsausdruck alleine hat jedes Mal gezeigt, dass sie dich nicht leiden können. Sie haben auf dem Spielfeld jede Gelegenheit genutzt, um mich anzubrüllen“, erzählt Adu.

So viel Druck in so jungen Jahren – war Adu nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt? Als er in seiner ersten Profisaison mit 14 Jahren fünf Tore in 30 Spielen schoss, sprachen alle von einer missratenen Saison. Für Adu langte es nicht durchschnittlich zu sein, er sollte herausragen. In jedem Spiel. Doch das tat er bei Weitem nicht. Auch bei seinen vielen Versuchen ab 2007 in Europa nicht. Portugal, Frankreich, Griechenland und die Türkei. In keinem Land auf seiner Europa-Reise konnte Adu restlos überzeugen. Es heißt, letztlich hätten ihn sogar Zweitligisten nicht haben wollen.

Mittlerweile spielt Adu auf Leihbasis in Brasilien

Es war ausgerechnet ein Spiel gegen den Fußballzwerg Panama, das im US-Fußball Ende Juni 2011 noch einmal neue Hoffnungen weckte. Freddy Adu, nach 65 Minuten beim Stand von 0:0 ins Spiel gekommen, hatte die US-Fans in nur 25 Minuten restlos verzückt. Mit Tempodribblings über die rechte Außenbahn, feinen Kabinettstückchen auf engstem Raum und einem genialen 30 Meter-Pass, der das goldene 1:0-Siegtor einleitete. Genauso hatten sie sich ihr einstigstes Wunderkind immer vorgestellt. „Genius!“, jubelten die US-Kommentatoren überschwänglich, die Amerikaner fragten sich: War das der Durchbruch? Kann es der Junge also doch?

Bisher wurden sie enttäuscht. Keine einzige Sekunde hat Adu seit Juni 2011 mehr für die USA gespielt. Und das, obwohl er auf Rat von US-Trainer Jürgen Klinsmann zunächst wieder in die heimische MLS zu Philadelphia wechselte. Auf Leihbasis spielt Adu derzeit für Bahia in Brasilien. Ende 2013 will er es noch einmal in Europa versuchen. Es ist seine wohl letzte Chance auf der großen Fußball-Bühne. Adu weiß das. Er kämpft gegen das Exempel einer weiteren hoffnungsvollen Fußball-Karriere, die in die Brüche geht. Doch konnte er diesen Kampf überhaupt jemals gewinnen?

„Die Leute sollen mich einmal als großen Fußballer ansehen“.


Wie ihn die Leute am Ende seiner Karriere einmal in Erinnerung haben sollen, fragt BBC-Moderator Mathhew Nelson am Ende des Gesprächs. Ein Seufzer, dann antwortet Freddy Adu: „Ich will nicht, dass Leute mich als das 14-Jährige Wunderkind in Erinnerung halten. Sie sollen mich als einen großen Fußballer ansehen. Ich werde mir dafür von nun an den Arsch aufreißen.“ Es scheint, als sei Freddy Adu zumindest erwachsen geworden.
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Das BBC-Radio Interview mit Freddy Adu ist leider nicht mehr online anzuhören. Dafür findet ihr hier ein TV-Interview mit Adu von 2013:

http://m.bbc.co.uk/sport/football/22208072