Mesut Özil ist ein
begnadeter Fußballer. Ein Stratege auf dem Platz, ein Magier. Doch ganz große Spieler
müssen vor allem in den ganz großen Spielen heiß laufen. Diesen Beweis ist Özil
bislang schuldig geblieben. Die Zeit des Versteckens muss ein Ende haben. Will
Arsenal gegen Bayern heute gewinnen, muss sich Özil endlich beweisen.
Von Ibrahim Naber
Cristiano Ronaldo adelte ihn als die „beste Nummer 10, die Real haben konnte.“ Die englische Presse
taufte ihn nach seinem Wechsel von Real Madrid zu Arsenal London schon nach wenigen Wochen
zum „Zauberer von Öz“. Zuschauer,
Trainer und Journalisten sind sich einig: Mesut Özil ist einer der talentiertesten
Fußballer dieses Planeten. Er hat diese einzigartige Gabe, den Rhythmus eines
Spiels zu bestimmen. Sein Taktstock ist sein linker Fuß. Seine gefährlichste
Waffe ist sein Passspiel. Özil spielt Pässe, die Abwehrbollwerke sprengen
können. Er findet Lücken in der gegnerischen Abwehr, die eigentlich gar keine
sind. Er hat ein Timing in seinem Passspiel, von dem 99 % aller Männer nachts
im Bett träumen.
Kurzum: Mesut Özil kann mit seinem Genie an Sahnetagen Spiele alleine entscheiden. Das hat er schon oft bewiesen, auch bereits in London. Doch wenn Özil eine Gala auf den Rasen zaubert, dann heißen die Gegner in der Regel Stoke City, Norwich oder auch Cardiff City.
In den ganz großen Spielen gegen die ganz großen Gegner
blieb Özil in den letzten Jahren allzu oft blass. Er versteckt sich und sein
Genie. Nutzte ausgerechnet die große Bühne für seine kreativen Pausen. Unzählige
Male war genau das im Derby aller Derbies, im El Clasico, zu beobachten. Auch
in den großen Spielen in dieser Saison beim 0:1 gegen Manchester, beim 3:6 gegen
ManCity und nicht zuletzt beim 1:5-Debakel gegen Liverpool wirkte Özil plötzlich
nur noch wie einer von zehn anderen Verlierern seines Teams. Schlimmer noch:
Gegen Liverpool leitete er zwei Gegentreffer mit eigenen Fehlern ein. Auch die
englische Presse rückte von ihrem selbst titulierten Magier ab. Der Independent kam zu dem Urteil: „Özil ist einer der besten Spieler der Welt,
wenn seine Mannschaft 2:0 führt, aber wenn es andersherum steht, sollte man ihn
besser nicht im Team haben.“
Kritik, die gesessen hat. Kritik, die auch zu Mesut Özil
durchgedrungen ist. Zlatan Ibrahimovic und Lionel Messi haben gestern Abend
erneut bewiesen, dass sie in den großen Spielen zu Höchstform auflaufen. Wenn
Arsenal heute gegen Bayern ein kleines Wunder schaffen will, dann brauchen sie
Özils Magie. Dann brauchen sie einen Spielmacher, der endlich jedem mit aller
Macht zeigen will, dass er einer der besten Fußballer der Welt ist. Noch kann
es Mesut Özil allen beweisen.
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